Übrigens

Isidor GIFs

Jede Ausstellung, jede Arbeit und jede Idee von Isidor in einem Gif verewigt. Was ein Gif ist? Sagt dir die Wiki! Längst totgesagt sind sie nämlich wieder da!

Letzter Aufruf: Normal ist tot

Normal ist tot! Viva DIN a Abnormal! ˙ʇoʇ ʇsı lɐɯɹou.

Experimentelle Nutzer von Kopiergeräten haben es nicht leicht. Obwohl sie mit ihren Flugblättern, Plakaten und anderen Merkwürdigkeiten gerne überdurchschnittlich viel Geld in den Copy-Shop-Kassen lassen, scheint es doch als sei das Kopien-Ziehen eher dem Otto-Normal-Kopierer vorbehalten. Solange es darum geht Faxvorlage, Uniskript oder Geburtsurkunde auf Papier zu klonen, sieht man Mensch gerne kopierend. Per DIN Definitionem.  

Und was ist mit DIN a Abnormal ?

 

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Was? Wann? Wo? 
Camp Kleister. Plakate im Friedrichshain und wir, isidor. sollten eines davon gestalten. 2,5 mal 3,5 Meter. Eine richtiges Straßenplakat. Voll groß. Das kleine Budget machte die Schwarz-Weiss-Kopie zum Trägermedium. Also kopierten wir das Motiv auf Überdimension und kleisterten los. Irgendwann mitten drin benötigten wir ein Mehr an schwarzem Papier. Und weil kopierte Grauflächen für das Gekleistertwerden ziemlich ideal sind, beschloss ich aus dem nahegelegenen Kopierladen etwas Nachschub an "Schwarz"zu besorgen. 

Dort angekommen und eingetreten, äußerte ich den Wunsch nach Kopieren. Dem sollte Apparat Nr.3 gerecht werden. Also schob ich die Klappe des Nr.3 hoch und drückte die grüne Taste, um ein möglichst dunkles Ergebnis zu erzielen. Links schob sich ein grauschwarzes Blatt 
aus der Maschine. Damit hatte ich gerechnet. Was mich aber irritierte: Jedoch schoss synchron dazuder Ladenbeaufsichtiger wie aus dem Off zu mir rüber. Ob er wieder zurückgefahren wird, wenn ich nochmal auf den Knopf drücke?, fragte ich mich. Doch ich kam nicht dazu es auszuprobieren...

Der Mann riss er das Blatt fassungslos an sich. "Was machen sie denn da?" tönte es entsetzt aus fahlem Munde. Ich verstand seine Aufregung nicht und antwortete, dass ich "schwarz" kopieren wollte, was eben nur mit
offener Klappe möglich sei. "Neeee. Neenee" schüttelte mein Gegenüber den Kopf. "Da müssen sie woanders hingehen." Warum ich das müsse, fragte ich ihn.
"Hier können sie nicht schwarz kopieren" entrüstete sich der Mann. 

Zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch, es handele sich um ein scherzhaftes Wortspiel mit dem Begriff 'Schwarzkopie'.Nachdem der Kopiertyp mein Blatt vier mal durchgerissen und die Fetzen in den Mülleimer beförderte hatteals seien sie etwas besonders Verabscheuungswürdiges, dämmerte mir allmählich, seine Entrüstung könne ernst sein. "Nein hier können sie nicht schwarz kopieren". Der Mann wiederholte sich. Etwas Abweisendes schwang in seiner Stimme mit. Er wendete sich von mir ab, ich glaube das warder Moment von dem an er gerne gehabt hätte, dass ich den Laden verlasse. 

Aber ich ging nicht. Ich wollte es wissen. Warum ich nicht schwarz kopieren könne. Und ob es denn nicht vollkommen mir überlassen sei, was ich da kopierte. Was es ihn überhaupt interessiere was
ich da kopierte. "Ich dachte, sie wollten normal kopieren" warf mir der andere entgegen, "aber doch nicht schwarz, 
neee hier nicht, das müssen sie wo anders machen"

Was denn "normal kopieren" sei, wollte ich wissen. Im Laden hatte sich bereits eine Gruppe Wartender gefunden. Die Ungeduld des Alltags machte sich breit.

"Na Dokumente, aus Büchern, oder Faxe" war die Antwort. Sie klang müde. Ich hatte verstanden. Und ging. Ich habe den Kopierladen verlassen ohne eine einzige Kopie gemacht zu haben. Natürlich, klar, ging es dem Mann nicht um den Inhalt, sondern um seine vorkalkulierte Menge an Kopiertinte. Und wenn ich den illsten Shit, Flugblätter mit den übelsten Theorien, krassem Bildmaterial hätte 
kopieren wollen, oder Nazi-Kacke, hätte er all das immer noch unter "normal" verbucht. Alles schien normaler als nur schwarz. Normaler als nicht Dekodierbares, und dann auch noch Schwarz. Als das pure Nichts - Garnichts - die Leere. Abnorm. Und der Begriff 'normal'? Werft ihn weg. Der Beweis ist erbracht...! Denn: Normal ist tot! Es lebe die Schwarzkopie! MINOLTA DIGITAL CAMERA

Das Manifest

Helden der Freizeit – Brave New Work

Auf Biegen und Brechen: Es hat sich herumgesprochen. Irgendetwas tut sich in der großen weiten Arbeitswelt: Schluß mit lustig – und mit festen Lebenswegen und -plänen! Flexibel sei der Mensch, biegsam und belastbar. Aus Angestellten werden Teamspieler, aus Bossen Trainer. Und Hänschen hat als Hans gefälligst noch lange nicht ausgelernt. Vielseitig und gebildet – so sollten die New Working Class Heroes vom Arbeitsmarkt freudig in die Arme geschlossen werden. Der jedoch ist ziemlich begrenzt und teure Maschinen laufen uns auch noch den Rang ab. Die Jobs, die bleiben, beschränken sich aufgrund organisatorischer und technologischer Rationalisierung meist auf einen Teilaspekt eines Kernprozesses. Schlechte Arbeitsbedingungen, systematische Dequalifikation der Beschäftigten und schlechte Bezahlung sind hier die Regel.

So viel Arbeit und kein bißchen Rock‘n Roll? Da berufliche Selbstverwirklichung bei solchen Formen der Beschäftigung eher schwer zu erwarten sind, ist hier eine Verlagerung auf die Zeit außerhalb der Arbeitszeit zu ersehen. Die Freizeit wird zum Kernpunkt der Lebensgestaltung und weil das Kapital in jedem Interesse einen fetten Braten sieht, begrüßt uns eine komplette Industrie mit mannigfaltigen Angeboten. Willkommen, bienvenue,   welcome in der flexiblen Freizeitgesellschaft! Was tun… mit all der Freizeit nach Callcenter und Aushilfsjob? Cineplexx oder Themenpark?

„Ich hab da ein Geheimnis!“, denkt sich Isidor, „ein Blühendes noch dazu!“. Er hat sich nämlich Raum für seine Ideen gesucht (mit vier Zimmern, Bad, Holzmusterlinoleum und natürlich schicker Ladentür) und lädt in regelmäßigen Abständen Freunde, Nachbarn und Fremde zu sich ein, um mit ihnen die Welt zu betrachten, zu analysieren und sie zu verändern, ihr Dinge entgegenzusetzen. Heraus kommt dabei Tragbares, Lesenswertes und Betrachtungswürdiges. So bekommt die Freizeit wieder Sinn und Isidor Halt und Energie. Erwecke die Leidenschaft Verknoten wir uns beim Verbiegen? Bleiben schnöde Unterhaltung und Konsum die einzige Erfüllung? Oder bietet die freie Zeit ein ungeahntes Feld an Möglichkeiten? Möglichkeiten, seine Ideen und Träume zu verwirklichen; Möglichkeiten, die Gesellschaft zu bewegen und zu verändern, Gemeinschaftsdienst im klassischen Sinne also. Warum also nicht aufmachen und zu einem Helden der Freizeit werden? Nutze die Teilzeit und werde aktiv!MANI1

Ticket share Wer A sagt…

Von A nach B sollte es eigentlich nicht allzu weit sein – zumindest nicht so weit wie von a bis z -, doch um von da nach dort zu gelangen, muß man für AB schon mal 2,20 Euro berappen. Und wer aus Gründen der mangelnden Liquidität auf das A&O der rechtmäßigen U-Bahn-Fahrt verzichtet, der muß dann zuweilen auch B sagen – was soviel heißt, wie: ohne Ticket der BVG-Armee in die Arme gelaufen? Rien ne va plus: 40 Euro Bußgeld (was in etwa einem 550%tig erhöhtem Beförderungsentgelt entspricht, wobei man allerdings schon 2,20 als erhöhtes Beförderungsentgelt bezeichnen könnte). ..muß auch B sagen??? Dieses System wird weitgehendst respektiert, und was ein aufrechter   Bürger ist, der liebt die weiße Weste und fährt nicht schwarz. Und was ihm da quasi als Second Hand Fahrschein von einigen zweifelhaften Figuren angeboten wird, dem kann er nicht trauen. Isidor kopiert und klärt auf: Informationen und Aufruf zum Ticket-Share auf exorbitant schön gestalteten Flugblättern (was die Sache eher trifft als Flyer). Auf dem Bahnsteig verteilt, helfen sie in Kontakt zu kommen und die Idee der Ressourcen-Teilung im öffentlichen Nahverkehr zu verbreiten. Nicht mehr gebrauchte Fahrscheine sollen weitergegeben statt weggeworfen werden. Und was is‘ mit C? Vertrauensselig haben wir jeden Trend zu Zweitwagen und Heimkino-Anlage, Tauchurlaub und Aktienspekulation mitgemacht, haben allerhand Schrott angeschafft und sitzen auf einem Berg von Dingen. Doch   die Dinge machen uns nicht frei. Die Anhäufung von Luxusgütern für jedes einzelne Individuum ist Verschwendung. Jeder hütet seine Schätze, anstatt die vorhandenen Ressourcen oder zumindest einen Stück davon zu teilen. Community – Next Step…   In diesem Sinne: Teile und Herrsche!

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I‘m proud to be ya neighbour

Modern Mass People: Allabendlich strömen unheimlich individuelle Einzigartigkeiten vorbei an Isidors Fenster in ihre Singleappartments oder die ihrer Lebensabschnittspartner. Sie müssen sich täglich aufs Neue beweisen, sagt man ihnen, und wer nicht mitkommt, bleibt auf der Strecke. Da muß man auf sich schauen und d‘rauf, wo man bleibt. Und so entdecken sie sich selbst, die Millionen von Menschen in Millionen von gleichen Wohnungen, und in sich tiefe Einsamkeit und Ohnmacht.

„Scheibenkleister!“, denkt sich Isidor, packt einen Eimer von eben solchen, spricht: „Der Mensch lebt nicht allein.“, und macht sich auf, um klammheimlich – leaving a message without being recognized (Let‘s call their methods ‚urban tactics‘“)1 – um unheimlich heimlich also kleine Stoffplaketten mit der Aufschrift „I‘m proud to be ya neighbour“ an Wänden, Schildern und Masten im Kiez anzubringen. Diese „Kleisterwerke“ können dann von jedem abgezogen und   dem Lieblingsnachbarn mitgebracht werden. Du bist nicht allein. Wer nur noch mit individualisierten Lösungen leben will und zur Freude der Marketingexperten auch soll, dem kann der common interest gestohlen bleiben. Und was als großer Bruder daherkommt, hat noch niemanden Dreck aus dem aufgeschlagenen Knie getupft. Stell dir vor, du teilst deine Unzufriedenheit über den häßlichen Betonspielplatz mal einfach deinem Gegenüber mit oder besser noch: du drückst ihm eine Schaufel in die Hand, damit er dir hilft, den Platz zu begrünen. Stell dir vor, daß dein   Gegenüber sich schon oft dasselbe gedacht, daß deine Unzufriedenheit nicht einfach nur eine persönliche Wahrnehmung von vielen ist. Stell dir vor, du bist manchmal gar nicht so allein.

Be it – don‘t dream it. Natürlich haben wir persönliche Interessen, aber dann und wann soll es sich auch schon begeben haben, daß meine Interessen sich mit denen anderer überschneiden. Und gemeinsam läßt sich so manches umsetzen, was alleine unmöglich gewesen wäre. In diesem Sinne: Bildet communities und lebt eure Träume!

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Mutwillige Stadtverschönerung – Bonjour Tristesse

Wer sich durch den modernen Moloch der Großstadt schleppt, dem schwinden bisweilen schon die Sinne von all   dem Trostlos und Kalt. All überall erhebt sich die gebaute Macht über den kleinen Bürger und zeigt ihm, wem der Hammer gehört. Da kommt das kreative Zahnrädchen schon mal auf die Idee, er hätte von irgenwoher das Recht, sein Getriebe auch mal zu verhübschen. Was aber so öffentlich auf uns (ein)wirkt, ist von privaten   Verwertungsinteressen bestimmt, und wer sich dran zu schaffen macht, macht sich gleichzeitg auch strafbar. Kann ja schließlich auch keiner in deine Bude kommen und da einfach einen Teufel oder sonstwas an die Wand malen. Und wenn wir schon mal dabei sind, warum nicht ums eigene Interieur kümmern, anstatt immer vor fremder Haustür rumzukehren. Denn wer heute noch wohnt, anstatt zu leben, der hat den Trend der Zeit sowieso schon verpasst. Mein Raum, dein Raum Es geht also um Atmosphäre. Das Projekt MSV – Mutwillige Stadtverschönerung vollzieht   Eingriffe in öffentliche Räume. Das sind Orte, die außer ihrer Funktion noch etwas anderes sagen, bedeuten, zeigen, an etwas erinnern. Um dieses Gefühl, diese Stimmung mit anderen zu teilen, wird der Ort selbst mutwillig verändert.

Vielleicht in einer Nacht und Neben (sic!) Aktion, vielleicht aber ganz offen am helllichten Tage. Die Eingriffe sind nämlich immer dergestalt, dass sie jederzeit mühelos entfernt werden können und keinen Schaden am Ausgangsort anrichten. Die kalte Betonmacht kämpft hierbei nicht gegen in die Ewigkeit gesprayte, individuelle Machtbeweise, sonder gegen dynamische und temporäre Verstörung. Da hat der schwerfällige Apparat schlechte Karten. Ein Graubereich der Legalität kontra das Grau der Stadt! Die Schranken der Gesellschaft Wenn der Staat und somit das öffentliche Allgemeininteresse auf dem Rückzug sind, streckt auch der öffentliche Raum die Waffen. Doch der Krieg ist deswegen noch lange nicht verloren. Es müssen ja nicht gleich unvergängliche Denkmäler sein. Da hilft oft schon ein wenig Kleister, Folie oder eine Thermoskanne Kaffee und ein Stuhl in einer langweiligen U-Bahn-Station. Und wer außer IKEA hat dir denn erzählt, du kannst nur deine Küche tapezieren? Werde öffentlich und verzaubere deine Umgebung. Du kannst verändern!

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Geiz ist Scheisse

Don‘t panic! Durch Arbeitslosenstatistiken und Wirtschaftsstagnation eingeschüchtert muss der Verbraucher dieser Tage befürchten, seinen drallen Lebensstandard einzuschränken. Also sitzt der ordentliche Pfennig-Ehrer gemütlich auf seinem Geldpolster – wie Dagobert, die alte Glucke – und beschließt, sich nicht mehr ausnehmen zu lassen wie jede beliebige Weihnachtsente. „Geiz ist   geil!“, meint da Saturn und kommt grad recht zur Pleitepanik der Reichen. Wer meint, der Aufruf zum Pfennigfuchsen hätte etwas mit allgemeiner Sparsamkeit zu tun, der irrt. Im Gegenteil, die Erhebung des Geizes zum quasisexuellen Fetisch, ist nicht anderes als die Aufforderung zum Mehr-Konsum in einem stark gesättigten Markt. Der Geizigkeit eine derart positive Lesart einzuräumen, heißt aber auch, eine egozentrische Weltsicht zu bestärken und dem Konsum einen völlig neuartigen Stellenwert zuzuweisen. Also nix wie Geld abheben, wenn‘s noch geht, und den   Zweit- oder Dritt-DVD-Player kaufen, denn consumo ergo sum. Mein Leben als Donald Existenzminima orientieren sich an soziokulturellen Werten. Das kann dann durchaus der DVD-Player sein, oder die Anzahl der TV-Geräte mit Dolby-Sourround in einem Haushalt. Wir leben in einer Wohlstandgesellschaft, in der es die Armut des physischen Überlebens praktisch nicht mehr gibt. Trotzdem fühlen wir uns Tag für Tag wie die Angeschissenen, immer hinten nach und leer ausgegangen. So häufen wir immer mehr Güter an, um unser halbes Ich zu komplettieren. Die Massen schwelgen im Luxus und kommen sich dabei doch vor wie Donald, der ewige Versager.

„Das kannste dir doch alles schenken!“, sagt Isidor und verschenkt – mir nichts dir nichts – Massen von tollen „Geiz ist Scheisse“-Aufnähern an die Gäste einer abendlichen Tanzveranstaltung: Aufnäher für umme, für nada, null und gar nüscht als großzügige Geste wider den geizgeilen Mob. Und siehe da, vielleicht freut sich wer, nimmt sich‘s wer zu Herzen und erkennt, daß die Welt ihm nicht nur Schlechtes will; Dass die einzigen, die ihn abzocken, der Heilsverkünder Saturn und seine Consorten sind. Und vielleicht entdeckt er sogar, daß Dinge zu geben, nicht nur zu raffen, einen schon mal glücksbeseelt wie Gustav Gans machen kann.

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Duftart – an und Pfirsich

Imitate Peach, denn er kann einiges. Von Softlan zu AS bis zum ultimativen NoName der kleinen Welt des Konsums haben sie ihn alle verbraten. Und so beleben und erfrischen sie uns, verwöhnen unsere Sinne, aktivieren verborgene Reserven, vitalisieren uns durch den garantierten Frischefaktor, die traumhafte Duftnote, die unvergleichbar pflegende Milde sonnenverwöhnter Früchte …bis wir kotzen. 80 Produkte der Duftart Pfirsich stellt Isidor zur   Schau. Cooked Nature – an und Pfirsich. Mit garantiertem Zusatznutzen hüllt sich der Billigplunder in beißenden Geruch und die unterschiedlichsten Farbnuancen.
Pröbchen sei Dank lässt sich hier pissegelb Dünnes, dickflüssig Lachssaucenartiges und flockpoppig Geleewaberndes miteinander vergleichen. Die unerträgliche Leichtigkeit von zartfrischem Duft und sanfter Weichheit verdichtet sich auf 25qm zum Pfirsich Alptraum und öffnet dem Besucher Augen und Nase.

peach – the very idea
Die Bandbreite der Produkte erstaunt nur auf den ersten Blick. Pfirsich rules, und das nicht   ohne Grund. Unter seiner samtig weichen Oberfläche – neben dem Babyarsch das wohl berühmteste Wunschziel für die eigene Hautbeschaffenheit – strotzt er nur so vor fruchtiger Frische. Sanftmut und Schutzbedürftigkeit vereint mit Gesundheit und Aktivität, welch wunderbares Geschenk der Natur an die bunte Warenwelt.

extrahieren, konzentrieren, aromatisieren – paradise now
In seiner natürlichen   Version allerdings ist der Pfirsich mit allerlei Mängeln behaftet. Schimmel, Fäulnis und Verrottung – der Weg alles Irdischen hat in den überirdischen Konsumverheißungen nichts verloren. Doch, dem Himmel sei Dank, die moderne Technik bietet allerhand Möglichkeiten, um auf seine Natur einzuwirken. Erst nach seiner technologischen Transformation ist der Pfirsich perfekt. Und bereit, gegen die anderen Mangelhaftigkeiten   der Natur in den Kampf zu ziehen. Schmutz und übler Geruch ade. Hallelujah!

no smell no sell
Der Pfirsich kämpft jedoch nicht alleine. Eine ganze Armada an Wohlgerüchen ist angetreten, die Welt vom Gestank zu befreien. Raumparfums, Mülleimerdeos, WC-Steine – der Trend zur Desodorierung hat gerade erst begonnen. Kaufhäuser und Supermärkte setzen Raumaromen gezielt zur Kaufanimation ein. Immer mehr Produkte wollen möglichst viele Sinne gleichzeitig ansprechen. Was auch immer duften kann, wünscht sich der moderne Konsument auch duftend. Die schöne neue Duftwelt erobert wie einst die Hintergrundbeschallung immer mehr Bereiche unseres Alltagslebens. Und mehr noch: der Duft wird zum Erlebnis. Duschgels mit Eventcharakter sind auf dem Vormarsch. Hypnotizing Freshness, Tropical Sunrise und Sensual Feelings laufen dem guten alten Pfirsich den Rang ab. The end of peach? – wir warten ab und erstmal nicht drauf, dass irgendein Produkt unsere   urmenschlichsten Unzulänglichkeitsprobleme löst

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